Mole – Radolfzell

Die Hafenmole in Radolfzell ist ohne Frage einer der prominentesten Orte der Stadt, die jedes Jahr von hunderttausenden Besuchern und Einheimischen hochfrequentiert besucht wird. Die Landzunge ist von drei Seiten im Süden, Osten Und Westen vom Bodensee umgeben und trägt dadurch prägend zum Charakter des touristischen Hotspots Radolfzells bei. Das Gebäude bildet keinerlei Rückseite aus, was an dieser prominenten Stelle schlicht nicht möglich wäre. Das neue Gebäude auf der Hafenmole in Radolfzell beinhaltet eine Gastronomie, ein Ticket- und Informationsbereich der Bodenseeschiffsbetriebe, sowie öffentliche WCs.

Realisiert wurde ein rund 43 m langes und 12,5 m breites Gebäude mit geneigtem Satteldach in Holz-Hybridbauweise. Das klare Raster der 17 sichtbaren Holzbinder, welche die Halle aufspannen, wird zum gestaltprägenden Element des Gebäudes. Mit den zusätzlichen Schrägstützen im Außenbereich, die als Zugstab des Tragwerks fungieren, entsteht so ein Holzhaus, das auf das Wesentliche reduziert wird, mit hohem Wiedererkennungswert. Durch das geneigte Satteldach und die umlaufende Glas-/Holzfassade fügt sich das schlanke, längliche Gebäude so optimal neben der denkmalgeschützten Platanenallee ein.

Bei der Planung des Gebäudes wurde konsequent auf Wirtschaftlichkeit geachtet. Durch das gewählte Holztragwerk entsteht zunächst eine maximal flexible „Halle“. Unter diesem Hallendach sind auch in der Zukunft flexibel anpassbare Grundrisse möglich. So kann auf eine sich verändernde Ausrichtung des Gebäudes zeitgemäß reagiert werden. Da der Innenraum bis auf wenige tragende Stahlbetonstützen aus nichttragenden Wänden besteht, sind Anpassungen des Grundrisses mit einfachen Mitteln jederzeit möglich.

Holz wird als wichtiger regionaler und regenerativer Rohstoff aus der nahen Umgebung (zb Schwarzwald) verwendet. So kann ein wesentlicher Beitrag zum Klima- und Ressourcenschutz bei der Errichtung des Gebäudes ermöglicht werden. Die für die Gastronomieküche erforderliche Lüftung wird an eine Wärmerückgewinnung angeschlossen. Des Weiteren wurde die Dachfläche vollständig mit PV belegt. In den Sommermonaten wird die thermische Masse der Bodenplatte durch eine geregelte Nachtkühlung aktiviert, wodurch das Gebäude nicht zusätzlich gekühlt werden muss. So können die energetischen Anforderungen der EnEV mit gezielten Mitteln auf natürlichem Wege erfüllt werden.

Außerdem konnte durch die klare Gliederung des Gebäudes ein hoher Vorfertigungsgrad mit kurzer Bauzeit erreicht werden.

 

  • Ort

    Radolfzell

  • Fläche

    944 m²

  • Auftraggeber

    Bodenseehafengesellschaft

  • Wettbewerb

    2018

  • Status

    Fertiggestellt April 2023

  • Fotos

    Zooey Braun